02.03.2023

Die knapp 250 Meter hohen Anlagen könnten Strom für mehr als 40.000 Haushalte liefern. Projektbeteiligte erklären, wie sie die Bevölkerung einbeziehen wollen und wann der Bau starten könnte.


Sächsische Firmen planen bei Glauchau Windpark mit neun Riesenwindrädern

Im Landkreis Zwickau ist ein neuer Windpark geplant - mit einer Größe, die es in der Region bisher nicht gegeben hat. Insgesamt neun Windräder der neuesten Generation mit einer Nabenhöhe von je 169 Metern und einem Rotordurchmesser von 162 Metern sollen nahe der Stadt Glauchau entstehen. Das entspricht einer Gesamthöhe von jeweils 247 Metern, wie eine der am Projekt beteiligten Firmen am Donnerstag der "Freien Presse" mitteilte. Die Anlagen mit einer Leistung von je 6,2 Megawatt sollen demnach insgesamt 125 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren. Das reicht bilanziell für knapp 42.000 Haushalte.

"In Sachsen gibt es bisher nichts Vergleichbares", sagt der Döbelner Windenergie-Experte Hans-Jürgen Schlegel. Zurzeit stehen seinen Angaben zufolge erst drei Anlagen der 6,2-Megawatt-Klasse in Voigtsdorf in Mittelsachsen. Hinter dem Riesenprojekt bei Glauchau stehen die Firma EAB New Energy aus Großschirma und die in Glauchau ansässige WP NLW GmbH, die eine gemeinsame Projektgesellschaft gegründet haben. Dritter Partner ist die Wowa Energy GmbH mit drei Unternehmern aus Waldenburg, Glauchau und Zwickau.

Der neue Windpark soll im wesentlichen im Ortsteil Niederlungwitz errichtet werden, eine Anlage auf der Gemarkung von Reinholdshain. Entlang einer Betonstraße zwischen Dorf und Ebersbacher Wald ist dort im Entwurf des Regionalplans ein Potenzialgebiet ausgewiesen. Mit den Flächeneigentümern wurden im vergangenen Jahr Nutzungsverträge abgeschlossen. Alle genehmigungsrelevanten Gutachten etwa zu Schall, Schatten, aber auch zum Artenschutz seien abgeschlossen und würden derzeit in Antragsform gebracht, sagte Dirk Eger, Geschäftsführer der WP NLW GmbH. "Im zweiten Quartal dieses Jahres wollen wir den Bauantrag einreichen." Möglicher Baubeginn könnte demnach Ende 2024, Anfang 2025 sein.

Der Glauchauer Oberbürgermeister Marcus Steinhart (CDU) sowie die Ortschaftsräte von Niederlungwitz und Reinholdshain, wurden von den Projektbeteiligten bereits am 27. Februar in einer nichtöffentlichen Sitzung informiert. Bei zwei Informationsmärkten am 11. März in der Ortschaftsverwaltung Niederlungwitz und am 18. März bei der Freiwilligen Feuerwehr Reinholdshain, jeweils von 10 bis 13 Uhr, soll das Projekt der Bevölkerung vorgestellt werden. An den Veranstaltungen beteiligt sind auch die Stadtwerke Glauchau und die Sächsische Energieagentur Saena.

 

Erschienen am 12.03.2023 | Von Stefan Stolp
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